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Damit der Waldbesuch sicher bleibt

10.01.2020

Regelmässige Baumfällarbeiten in und um Bern führen immer wieder zu Verunsicherung und zum Teil negativen Reaktionen. Jedoch: Die Holznutzung erfolgt sehr gezielt, zum Wohle des Waldes selber und zum Wohle der Umwelt. Ausserdem leiden ältere Bäume oft unter Hitze, Trockenheit oder Krankheiten, weshalb sie falls nötig aus Sicherheitsgründen gefällt werden.

TEXT: STEFAN FLÜCKIGER, MARTIN GRASSL, PASCAL MATHIS; BILD: ZVG

Wird ein Wald sich selbst überlassen, wird er immer dunkler. Und: Er verliert an Biodiversität, das zeigen Studien. Am meisten Leben ist also dort, wo auch Licht ist – das ist oft in bewirtschafteten Wäldern der Fall. Für lichtbedürftige Baumarten werden darum grössere Waldflächen geerntet, damit die Jungbäumchen nicht durch Schatten verdrängt werden. Die Eichenbestände etwa gingen in den letzten Jahrzehnten merklich zurück, da für sie zu wenig Licht geschaffen wurde.

Schweizer Wald deckt den Schweizer Bedarf
Auch wenn die meisten Bevölkerungskreise nur Wald mit älteren Bäumen als solchen gelten lassen, so ist auch junger Wald vollwertig. Gut zu wissen übrigens: Holzernte hat nichts mit Rodung zu tun, wie dies oft gemeint wird. Denn Rodung bedeutet, dass Wald dauerhaft verschwindet – etwa für Bauten. Der Forstbetrieb der Burgergemeinde Bern rodet keine Wälder.

Die Schweiz verbraucht pro Jahr rund elf Millionen Kubikmeter Holz und Holzprodukte. Fünf Millionen davon werden mit Schweizer Holz gedeckt. Der Rest wird importiert, auch aus Ländern, wo kein Wald mehr nachwächst und Ökosysteme dauerhaft zerstört werden. Der nachhaltig bewirtschaftete Schweizer Wald ist aber in der Lage, fast den gesamten Inlandbedarf zu decken. Wird er nicht aktiv genutzt (zum Beispiel für Hausbau, Möbel, Parkett oder Holzschnitzel), führt dies dazu, dass noch mehr Holz importiert wird; der ökologische Fussabdruck würde grösser.

Wenn Bäume leiden, stiegt das Risiko
Für Holzernten gibt es jedoch noch weitere Gründe: So setzt die menschgemachte Stickstoffbelastung vor allem älteren Bäumen enorm zu, ebenso trockene und heisse Sommer. Hinzu kommen Krankheiten, etwa das Eschentriebsterben, die einzelne Baumarten beinahe ausrotten. Innerhalb weniger Wochen oder Monate können betroffene Bäume ihre gesamte Lebenskraft und Stabilität verlieren und zu tonnenschweren Risiken für die Waldbesucher werden. Der Forstbetrieb setzt wegen der laufend absterbenden Bäume auf konsequente Überwachung, darum die auf den ersten Blick überraschenden Baumfällungen.

Jeder Wald hat seine besonderen Eigenheiten und seinen Charakter. Unter den Baumkronen des heutigen Jungwaldes werden dereinst unsere Enkel spielen. Derweil wir unseren Vorfahren dankbar sind für das Anpflanzen einstiger Jungwälder, unter deren Blätterdächern wir heute gerne verweilen. Waldbewirtschaftung heisst immer auch Investieren in die Zukunft. Der Klimawandels ist dabei eine grosse Aufgabe, da die Wälder in 50 Jahren zwei bis vier Grad höheren Temperaturen werden standhalten müssen. Das entspricht den heutigen Bedingungen am Lago Maggiore im Tessin. Schon heute ertragen viele Baumarten die Veränderungen nicht mehr. Darum passt der burgerliche Forstbetrieb die Wälder konsequent an den Klimawandel an, damit auch die nächsten Generationen sich an allen Waldleistungen erfreuen können.

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